Wie alles begann…. Part 5: Meilensteine an der Limmat und der erste Halbmarathon

Kilometer-Tafel an der Limmat

Kilometer-Tafel an der Limmat

An meinen ersten Lauf habe ich keine Erinnerungen. Ich weiss nur, dass ich zuvor Panik hatte, ob ich die Zeitlimite schaffe. Die Kilometertafeln an der Limmat konnten mich immerhin etwas beruhigen.

Liebe Leserin, lieber Leser, endlich ist es so weit: Endlich verlassen wir – um eine überaus aktuelle Formulierung zu verwenden – das prä-faktische Zeitalter meiner persönlichen Jogging-Geschichte und treten ins faktische Zeitalter ein. Vorbei die Zeit der Erinnerungsfetzen und wagen Mutmassungen!

Oder zumindest fast… Denn auch wenn es nun nachprüfbare Fakten in Form von Anmeldungen und Ergebnislisten, offiziellen und inoffiziellen Fotos oder Videos gibt, alles ist mit diesen Fakten nicht gesagt. Eigentlich verraten die vorhandenen Fakten das wenigste. Auf der Website von Datasport findet sich für den Greifenseelauf 2009 unter dem Namen Daniel Lay zwar eine Zeit. Wer diese Seite aufruft und die entsprechende Zeile liest, weiss aber vieles nicht: Er weiss nicht, dass der Halbmarathon um den Greifensee für mich der erste Lauf überhaupt war. Er weiss auch nicht, wie der Läufer den Lauf erlebt hat.

Trotz Fakten gehts nicht ohne Erinnerungsfetzen

Aber es geht nicht nur einem zufälligen Seitenbesucher so. Mir geht es genauso. Auch ich muss für Lauferlebnis wieder auf meine Erinnerung zurückgreifen. Und je weiter die Erlebnisse zurückliegen, desto ungenauer sind diese Erinnerungen. Die Erinnerungsfetzen bleiben uns – freuen Sie sich, liebe Leserin, lieber Leser – also noch eine Zeit lang erhalten.

Denn nicht einmal an ein so einschneidendes Erlebnis wie den ersten Lauf habe ich klare Erinnerungen. Ich kann die Zeile auf der Datasport-Website noch so lange anstarren und erreichte Zeit laut vor mich hinsagen. Es weckt keine Erinnerungen! Ich weiss weder, wie ich mich nach dem ersten Lauf gefühlt habe, noch wie ich mich während dem Lauf fühlte.

Fünfter Erinnerungsfetzen: Von Kilometermarkierung zu Kilometermarkierung an der Limmat

Ein Gefühl ist mir aber zu meiner Lauf-Premiere in Erinnerung geblieben: Panik! Sie machte sich breit, als ich mich in den zugesendeten Unterlagen oder auf der Website über den Lauf informierte. Denn nach der Hälfte des Laufes gab es einen Kontrollpunkt, den man bis zu einem bestimmten Zeitpunkt passieren musste, sonst würde man aus dem Rennen genommen…

Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon mit dem Schiff über den Greifensee zum Ziel zurückfahren. Die langsameren Läufer starteten nämlich ganz zum Schluss, was ja durchaus Sinn macht, damit die schnelleren Läufer nicht andauernd weniger schnelle Läufer überholen müssen, was aber auch bedeutet, dass die langsameren Läufer weniger Zeit haben, um der Zeitguillotine zu entkommen.

Da ich immer noch ohne GPS-Uhr oder Smartphone mit entsprechenden Apps unterwegs war, wusste ich immer noch nicht, wie schnell ich mich joggend vorwärtsbewegte. Würde ich die Stelle bei Maur vor dem Kontrollschluss passieren? Wieder bemühte ich Google-Maps: Ich versuchte Strecken, von denen ich wusste, wie lange ich für sie brauchte, zu vermessen, um so meinen Kilometerschnitt zu ermitteln. Die Ergebnisse dieser Rechnereien beruhigten mich nicht wirklich.

Nützliche Kilometertafeln an der Limmat

Zum Glück war ich in der Zwischenzeit nach Zürich gezogen und ging meinem Hobby öfter an den Ufern der Limmat nach. Hier entdeckte ich Steine mit Kilometer-Tafeln – an manchen Stellen schön alle 200 Meter aufgestellt. Wieso die Steine mit den blauen Tafeln dastehen, wusste und weiss ich bis heute nicht. Aber sie waren die Lösung meines Problems: Im Vorfeld des Greifenseelaufs bestimmte ich mit Hilfe dieser Steine mit den Kilometertafeln meine Geschwindigkeit und konnte so einigermassen beruhigt zum Lauf starten. Wie Sie, liebe Leserin, lieber Leser, den Fakten auf der Website von Datasport entnehmen können, passierte ich den Kontrollpunkt rechtzeitig und lief nach 2:12:10.2 ins Ziel. Wie ich mich danach fühlte, weiss ich – wie gesagt – nicht. Es kann mir aber nicht allzu schlecht ergangen sein. Denn bald schon sollte ich meinen zweiten Halbmarathon absolvieren.

Mehr dazu aber in einem nächsten Eintrag. Soviel sei aber verraten, liebe Leserin, lieber Leser, das Lauffieber hatte mich gepackt: Ich wollte den Staaner Stadtlauf unter 2 Stunden absolvieren, denn ich hatte gelesen, dass man sich an einen Marathon heranwagen kann, wenn man für die Hälfte der Strecke weniger als 2 Stunden braucht.

Impressionen vom Greifenseelauf 2014, an dem ich dann mit grüner Perücke teilnahm. Davon mehr in einem späteren Beitrag.

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